Das Lubera-Chef-Beerenkonzept wird ausgebaut: Autumn Chef® und Summer Chef® bekommen eine Gourmand-Kollegin mit der Sorte Twotimer Chef®, also mit einer zweimal tragenden Himbeere. Und last but not least wird das Sortiment neu von einer Brombeerneuheit ergänzt, der super-süssen, grossfrüchtigen klassischen Brombeere Blackstars Chef® - mit einer sehr lange anhaltenden Erntezeit.
Konzepte = Alter Wein in neuen Schläuchen?
Die effekthascherischen Konzepte der letzten Jahre sind geradezu zur Beliebigkeit verkommen. Letztlich scheint ein schöner Slogan, ein schöner Name mit einer farbenfrohen Etikette zu reichen – und fertig ist das Konzept. Natürlich verlangen die Wiederverkäufer-Kunden auf der Gartencenter- und Kettenseite möglichst tiefe Preise, und so werden unter dem Deckmantel der Konzepte und Pseudomarken überall die gleichen Pflanzen und Sorten verkauft, die häufig schon vor 40-60 Jahren gezüchtet wurden. Letztlich lautet das vermeintliche Geheimrezept: Alter Wein in neuen Schläuchen.
Es fragt sich nur, wie lange die Wertschöpfungskette das noch aushält: Der Endkunde sieht keine Unterschiede, auch Ketten und Gartencenter können sich kaum differenzieren (und verlieren sich teilweise in Fragen um Pflanzenqualität, die mit dem Kulturerfolg im Garten rein gar nichts zu tun haben). Die Pflanzenproduzenten sind total vergleichbar – und bewegen sich in einer Abwärtsspirale, die das Produkt mehr und mehr entwertet.
Lubera Edibles: neue, bessere Sorten als Basis für echte Konzepte mit Mehrwert
Neuheiten sind nicht per se wertvoll oder wertvoller als ihre Vorgängersorten. Sie müssen mindestens in einem der für den Hausgartenmarkt entscheidenden Kriterien einen deutlichen Fortschritt bringen: besserer Geschmack, einfachere Kultur, mehr Resistenz, Diversität und Überraschung (wie z. B. Zierwert).
Das Problem besteht bei Essbaren Pflanzen im Hausgartenmarkt darin, dass die züchterisch entscheidenden Kriterien erst beim Endkonsumenten, im Garten gesehen werden, während im Zwischenhandel nur die nackte Pflanze steht. Endkunden können das, was sie käuflich erworben haben, erst 1-2 Jahre später im Garten bei der Ernte überprüfen. Diese Zeitlücke ermöglicht es, relativ lange unbehelligt alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen – aber der Moment der Wahrheit kommt dann, wenn die Supermarktfrüchte besser sind als die im eigenen Garten geernteten Beeren. Oder wenn die Beerenkultur als zu aufwändig aufgegeben wird, weil einfacher zu kultivierende Sorten keinen Eingang ins Sortiment gefunden haben.
Lubera Chef® Beeren: die bestschmeckenden Himbeeren und Brombeeren. Punkt.
Geschmack und Aroma gehören zwar zum relevanten Set der Kriterien, die wir in der Selektion von Hausgarten-Sorten anwenden. Dennoch muss sich das Geschmackskriterium mit anderen Kriterien die Wichtigkeit teilen: Resistenz, Einfachheit der Kultur, dazu besondere Eigenschaften wie Zierwert oder andere Überraschungseffekte (z.B. subtropische oder tropische Pflanzen, die plötzlich auch bei uns kultiviert werden können).
Für unser Chef-Sortiment haben wir ganz einfach Geschmack und Aroma priorisiert und die anderen Kriterien zwar nicht ausgeschaltet, aber ein bisschen herabgestuft. Als Resultat können wir ein Sortiment präsentieren, das geschmacklich wirklich einzigartig ist, wo die Früchte einfach besser und vor allem nachhaltiger schmecken.
In der Regel werden neue Sorten bei uns in der Züchtung 4–6 Jahre getestet; die Chef-Sorten wurden in mindestens 3-4 dieser Testjahre mit einer 7 oder 8 (von 9 möglichen Punkten bewertet, gehörten also immer zu den 5-10 % am besten schmeckenden Sortenkandidaten.
Was genau ist Geschmack und Aroma bei Himbeeren und Brombeeren
An dieser Stelle ist vielleicht ein kurzer Exkurs über Geschmack und Aroma bei Himbeeren und Brombeeren erlaubt. Auf jeden Fall sind die beiden Kriterien, Geschmack und Aroma, entgegen dem landläufigen Gebrauch ziemlich strikt zu trennen.
Den Geschmack nehmen wir auf der Zunge wahr, wenn der Fruchtsaft auf die Geschmacksknospen auf der Zunge trifft. Im Wesentlichen wird hier das Zucker-Säure-Verhältnis empfunden, allenfalls etwas weniger oder mehr intensiv. Das Verhältnis der beiden Kriterien begründet unsere gesamtheitliche Beurteilung auf der sauer-süss-Achse. Die Intensität des Geschmackserlebnisses wird über die absolute Höhe der Säurewerte und vor allem des Zuckerwerts (Brix) bestimmt. Zum Geschmack gehören auch Warhnehmungen wie bitter, salzig, umami..
Bei den Himbeeren erwarten die Konsumenten grundsätzlich einen süssen Geschmack, der durch etwas Säure ergänzt wird und spritzig wirkt. Bitterkeit hat da nichts zu suchen. Bei den Brombeeren ist die Süsse noch wichtiger, weil vergangene Sorten häufig zu sauer und vor allem inkonsistent süss waren. Dazu ist ein leichter Schuss Bitterkeit erlaubt oder sogar positiv, wie bei einem guten Rotwein.
Das Aroma wird im Gegensatz zum Geschmack retronasal, sozusagen während und nach dem Essen, über die Nase wahrgenommen. Das typische Himbeeraroma wird stark von einem flüchtigen chemischen Geruchsstoff, dem Himbeerketon (Rheosmin), geprägt. Das findet sich zur Genüge auch in Himbeerjoghurts und Himbeersirupen. Ich nehme häufig auch Anflüge von Vanille und gefühlt auch Veilchendüfte wahr.
Bei den Brombeeren geht es etwas kraftvoller zu und her. Die Süsse ist bei reifen Früchten durch einen Duft veredelt, der karamellartig daherkommt (verantwortlich ist wohl der Duftstoff Furaneol) und Vollreife darstellt. Diese Aromaassoziation ist wohl auch dafür verantwortlich, dass wir Brombeeren gerne auch warm als Sauce (auf Vanilleeis) servieren Linalool ist verantwortlich für florale Komponenten. Für mich wichtiger ist aber der dunkle, ganz leicht bittere Unterton oder eher Überduft nach Holz und Erde. Aromatisch sind Brombeeren vielfältiger und komplexer als Himbeeren.
Der folgende Vergleich gehört für mich immer noch zu den besten: Eine Himbeere ist ein leichter Weisswein, allerhöchstens ein süffiger Rosé. Brombeeren ähneln dem schweren und aromareichen Rotwein.
Chefbeeren im Kurzprofil
Sommerhimbeere 'Summer Chef®'

- Süsser Grundgeschmack (12-13 Brix) mit einer leichten und spritzigen Säure, extrem fruchtig
- Auffällig lange anhaltendes Himbeeraroma, übertrifft in usnerne Versuchen alle andern Sommersorten inklusive Tulameen
- Dornenlos
- Reife in der Lücke zwischen frühen Sommersorten und Herbstträgern, im Juli
Herbsthimbeere 'Autumn Chef®'

- Geschmacklich und aromamässig eine der besten Herbsthimbeeren
- Deutlich süss (9-11 Brix), mit pfiffiger Säure, Aroma (Vanille, Himbeergeschmack) lange anhaltend
- dornenlos
- Mittlere Reifezeit an den diesjährigen Ruten ab Mitte bis zweite Woche August
- Es ist bei dieser Sorte möglich, auch einige spät aufgewachsene Ruten stehenzulassen, diese Fruchten dann im Juni des zweiten Jahres
Zweimaltragende Himbeere 'Twotimer Chef®'

- Typischer Twotimer, lange Ruten, dornenlos, 180–240 cm– Gross bis sehr gross, 5–8 g, rundlich, fleischig
- Extrem intensives Aroma: Kombination von intensiver Fruchtigkeit (deutliche Säure bei hohem Brixwert) mit langanhaltendem Himbeeraroma
- Trägt an den zweijährigen Ruten ab Mitte Juni, eher spät; an den diesjährigen Ruten auf den obersten 20–30 % der Rutenlänge von dritter Woche August bis Ende September
Aroma-Brombeere 'Blackstars*** Chef®'

- Reifebeginn als früheste klassische Brombeere, Ende Juni
- Konsistent süss, auch wenn früh geerntet, 12–15 Brix, eine der süssesten Brombeeren, wenig Säure
- Ganz leichte holzige und grüne Töne, die dem süssen Grundgeschmack mehr Tiefe verleihen
- Grosse, feste Früchte, zu Beginn bis zu 12 g, im Durchschnitt 10 g
- Lange Reifezeit Ende Juni bis Mitte September
4 Monate Beerengenuss: die Reifezeiten der Chef®-Sorten
Das Chef-Sortiment erlaubt Beerengenuss von Juni bis Ende September.
- Juni: Einige spät aufgewachsene Ruten von 'Twotimer Chef®' stehen lassen, sie bringen die frühesten Genuss-Probierfrüchte.
- Mitte/Ende Juni bis Mitte/Ende August: die späte Sommersorte 'Summer Chef®'
- Zweite Woche August bis Mitte September: 'Autumn Chef®'
- Ende August bis Ende September: 'Twotimer Chef®' - Herbsternte an diesjährigen Ruten
- Ende Juni bis Mitte September: lange anhaltende Ernte der neuen Brombeersorte 'Blackstars*** Chef®'
Verwendung in der Produktionsplanung und im Marketing von Produktionsbetrieben
Aber wie können die Lubera Chef® Beeren im Marketing benutzt werden? Dabei sind zwei Ebenen zu unterscheiden: das Marketing für die Endkunden (BtoC) und das Marketing B2B für die Wiederverkäufer.
B2C-Marketing Endkunden
Hier muss der Schwerpunkt auf dem Mehrwert dieser Sorten liegen: auf Aroma und Geschmack. Hier darf durchaus auch der Unterschied zu den Supermarktbeeren betont werden, die unreif, nur leicht rosa gepflückt werden und dann eine Woche später im Supermarkt allerhöchstens nach Beeren schmecken, aber kaum nach Himbeeren.
Die Chef-Sorten sind selektioniert worden nicht für ihren Ertrag und auch nicht für die Transportfestigkeit, sondern für Geschmack und Aroma. Vielleicht könnte hier auch grafisch auf die zwei Komponenten des Beerenesserlebnisses eingegangen werden: auf den Geschmack, letztlich das Zusammenspiel von Süsse und Säure (gegebenenfalls eine lecihte holzige Bitterkeit), und dann auf die Nachwirkungen in der Nase, auf das Aroma.
Die kontinuierliche Ernte Juni bis September ist ebenfalls ein zentrales Argument, zwar nicht für die einzelnen Sorten, aber für die Kombination der Lubera-Chef® Sorten: man könnte sie ganz bewusst auch als Bundle anbieten
B2B-Marketing Einkäufer Gartencenter, Ketten
Himbeeren sind neben Erdbeeren die einzige Beerenobstart, die preissensitiv sein kann. Aber gerade da macht es ja Sinn, auf andere Kriterien als auf den Preis hinzuweisen. Die Lubera Chef® Aroma- und Geschmackssorten ermöglichen auch eine klare Differenzierung zum Standartangebot. Dabei können die Chefsorten permanent als höherwertige Alternative oder aber zeitlich beschränkt als Spezialangebot dargestellt werden: ein Sommerangebot von „besseren“ Sorten, oder ein erneuertes Beerenangebot nach der Ferienzeit, mit wunderschönen frischen Pflanzen.
Aber das Umgekehrte ist auch möglich: Zu Beginn der Verkaufssaison im Frühjahr gibt es einen Moment, wo die Nachfrage, die Gier nach Pflanzen grösser ist als das Angebot; auch hier könnte ein Schmankerl, ein spezielles Angebot für mehr Esserlebnis im Garten, gut hineinpassen.
Ebenso besteht die Möglichkeit der Kombination mit anderen ausserordentlich gut schmeckenden essbaren Pflanzen: Gemüse, Obst, Heidelbeeren, Strauchbeeren.
Im Kontakt mit Wiederverkäufern könnte auch die Ernteergänzung der Chefsorten ein passendes Argument sein: Kontinuierliche Beerenernte von Juni bis September.
Chef®Beeren - Technischer Sortenvergleich
| Sorte | Art | Anzahl Ernten | Reife | Fruchtgröße | Geschmack | Aroma | Dornen | Besonderheiten |
| Summer Chef® | Himbeere (Sommer) | einmal | Juli | mittelgroß | süß, leicht spritzig | sehr intensiv, lang anhaltend | Nur Höcker | schließt die Lücke zwischen frühen Sommer- und Herbstsorten |
| Autumn Chef® | Himbeere (Herbst) | einmal | Mitte Aug. – Sept. | mitelgroß | deutlich süß, ausgewogen | vanillig, klassisch Himbeere | wenig | sehr aromatische Herbstsorte, gut zu beernten |
| Twotimer Chef® | Himbeere (Twotimer) | zweimal | Juni + Aug.–Sept. | groß–sehr groß (5–8 g) | fruchtig mit deutlicher Säure | extrem intensiv | nein | lange Erntezeit, hohe Aromadichte |
| Blackstars*** Chef® | Brombeere (klassisch) | einmal | Ende Juni – Sept. | sehr groß (Ø 10 g) | sehr süß, wenig Säure | tief, leicht würzig | nein | frühe Reife, stabile Süße auch bei früher Ernte |