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Gesehene Beiträge
Markus Kobelt

Züchtung für Morgen – Ein Jahresrückblick

Vaccinium, Heidelbeere, ZüchtungMit der Pflanzenzüchtung verhält es sich wie mit dem Eisberg. Du siehst die Spitze, die neuen Sorten – aber du weisst in der Regel nicht, was an Jahren und Jahrzehnten, an Kosten und Mühen, an Misserfolgen und Erfolgen darunterliegt. Dafür hat die Züchtung die nette Angewohnheit, dass sie immer nach vorne weist, dass sie Zukunft regelrecht produziert. Der Rückblick ist deshalb immer auch eine Vorausschau.

Für die ganz Neugierigen: Wie wird 2026? Kurze Antwort: fruchtig und scharf.

Natürlich ist das ein bisschen Beschiss. Als Züchter kenne ich halt die Zukunft. Ich hoffe schon lange darauf, dass wir dereinst die Zukunftsforscher, die an jeder zweiten Branchentagung zu hören sind, ersetzen können…

Was also ist 2026 zu erwarten:

Neue Chili- und Paprikasorten aus der eigenen Züchtung, ebenso wird das Samensortiment mit eigenen Sorten erweitert. Bei den Beeren erhält die Chefserie (super DEGU-Sorten) gleich zwei wertvolle Ergänzungen: eine Chef-Twotimer-Himbeere und eine erste Chef-Brombeere.

Himbeere Twotimer Chef

Bild: Die neue Chef-Twotimer-Himbeere

Bei den Brombeeren wird es ganz neuen Herbstbrombeeren geben; sie stellen nach meiner Ansicht eine veritable Revolution dar und werden den Anbau der Brombeeren grundlegend verändern: Die neuen Herbstbrombeeren von Lubera sind nicht nur ab Anfang August reif (also 2–4 Wochen früher als bestehende Sorten), sie schmecken auch durchwegs süss – so dass man sich manchmal fragt, ob man nicht die falsche Obstart erwischt hat.

Rubus fruticosus Brombeere Primocane Brombeeren

Bild: Eine komplett neue wie innovative Sortengruppe - die neuen Herbstbrombeeren

Die Weglassprobe – was wäre, wenn wir keine neuen Projekte mehr starten würden?

Glauben Sie mir (oder auch nicht), Sie würden es mindestens 15 Jahre gar nicht merken. Wie bei einem Maler, dessen Atelier noch lange nach seinem Tod leergeräumt wird. Und wie beim Schriftsteller, der in weiser Vorratshaltung jahrzehntelang Tagebücher geschrieben hat, die jetzt die Buchdeckel füllen, auch wenn der Autor schon lange nicht mehr schreibt. Unsere Sorten würden mindestens 15, wahrscheinlich 20 Jahre weiterfliessen – immer natürlich unter der Voraussetzung, dass das Material auf unseren Züchtungsfeldern weiter betreut und selektioniert würde.

Wenn mir mein Buchhalter von versteckten äh stillen Reserven erzählt (und wahrscheinlich was auch immer meint), lächle ich immer nur wissend in mich hinein und denke: Wenn du wüsstest, welche stillen Reserven in der Züchtung schlummern. Das Gefühl jedenfalls ist gut – aber diese stillen Reserven zum Blühen und Fruchten zu bringen, bedeutet harte Arbeit. Und ob dann noch etwas übrigbleibt, ist mit der richtigen Geisteshaltung gar nicht ein so grosses Problem. Wir züchten immerhin… die Zukunft…

Das Züchtungsteam

Bis vor ca. 10 Jahren habe ich weitgehend alleine gezüchtet – neben dem Aufbau von Lubera am Sonntagnachmittag und am Abend auf dem Züchtungsfeld. Aber das hat sich deutlich geändert. Unser Züchtungsteam (das aktuelle und auch die früheren) ist massgeblich an unseren Erfolgen beteiligt. Ich erlaube mir allerdings, überall meine Nase reinzustecken. Dies sorgt für die nötige Unruhe (wir müssen schneller, besser und vielfältiger werden) und gibt mir die Illusion, alles im Griff zu haben. Was allerdings in der Züchtung eh eine Täuschung wäre. Oder wie könnte man den Zufall im Griff halten?

Marzena Lipska ist die erfahrene Brombeer- und Himbeerzüchterin, die dieses Jahr gelernt hat, dass auch Kartoffeln und Fruchtgemüse spannend sein können. Was muss das nur für ein langweiliger Job gewesen sein, als sie nur Himbeeren züchtete…

Züchtung, Strauchbeeren, Auspflanzen, Frühling 2025

Bild: Reinhard und Marzena beim pflanzen von Strauchbeeren

Reinhard Jank ist für die südlichen Pflanzen zuständig, beschreibt unser Sortiment an winterharten Citrus, selektioniert neue Kaki-Sorten und ist dabei, die Passiflora-Züchtung entscheidend auszubauen – und doch auch zielgerichteter zu machen.

Frederik Vollert verantwortet die Produktentwicklung und bringt die Lubera-Sorten zu Lubera Edibles, wo sie vermehrt werden. Dabei liebt er es auch, vor der Pflanze zu stehen und sie zu beurteilen – in Sekundenbruchteilen, nach dem Genuss einer vorzugsweise superscharfen Chili …

Bonitur Tomaten

Bild: Marzena und Frederik bonitieren Freilandtomaten

Domestikation: Was braucht es, um eine neue Kulturpflanze zu züchten?

Ein Teil unseres sonst so verständigen Züchtungsteams lacht mich mehr oder weniger heimlich noch immer aus, wenn die Sprache auf die Knollige Platterbse (Lathyrus tuberosus) kommt. „Markus, da hast du dich wirklich verhauen, daraus wird nie etwas …“ Ja, antworte ich ziemlich sattelfest: Was so aggressiv abgewertet wird, muss ja wohl doch ganz spannend sein. Eine Pflanze, die gleichzeitig Knollen produziert und Stickstoff für das weitere Wachstum aus der Luft gewinnt (Knöllchenbakterien), ist schon ein kleines Wunder. Und wenn man bedenkt, dass die Knollen bis über 20 % Proteine enthalten, vergeht einem gleich das Fleischessen!

Lathyrus tuberosus Knollige Platterbse Knollen

Bild: Die knollige Platterbse (Lathyrus tuberosus) mit ihrem auffälligen kräftig-pinken Blüten

Äh, noch nicht ganz: Zuerst müssen die Knollen jetzt noch etwas grösser werden. Aber wir hatten schon ein Wurzelteil von 300 g, bestehend aus nebeneinander gelagerten Knollen oder Speicherwurzeln.

Knollige Platterbse, Latyrus tuberosus

Bild: Die Züchtungsfortchritte lassen sich gut am Knollen-Gewicht & -Ertrag erkennen

Und wie das schmeckt! Süss, irgendwo in der Mitte zwischen Kartoffeln und Süsskartoffeln und mit einem Hauch Erbsen und Spargel. Aber wenn es uns gelingt, diese neue Erdfrucht nochmals etwa doppelt so fruchtbar und ertragreich zu machen, dann werden wir die unechten und gekünstelten vegetarischen Steaks und Würste vom Markt fegen. Es ist viel echter und auch besser, eine selber angebaute und erst noch heimische Knolle zu geniessen!

Lathyrus tuberosus Knollige Platterbse Knollen

Bild: gekocht erinnern die Lathyrus-Knollen an kartoffel, Süsskartoffeln, Spargel und Erbsen

Übrigens machen wir hier Populationszüchtung: Wir kreuzen die besten Pflanzen der letzten Generation wild durcheinander. Dann säen wir aus und selektionieren wieder die besten. Und so weiter… Aber schon jetzt beginnen wir, einige der schönsten Wurzeltypen vegetativ zu vermehren, so dass wir in ein, zwei Jahren unsere Zwischenresultate schonmal exklusiv und vorab auf Lubera.com anbieten können. Und wenn Sie dann partout keine Steaks und echten Würste mehr essen mögen? Dann schicken sie Sie einfach mir

Die zweite Fusion: Himbeeren × Brombeeren

Eigentlich muss man ja etwas mindestens dreimal machen, bis es wirklich gelingt. Leider sind wir erst beim zweiten Mal. Das erste Mal wurden Himbeeren mit Brombeeren vor 50–70 Jahren gekreuzt (nicht von uns, ich war damit gerade mal knapp geboren), und wir machen es nun in Buchs zum zweiten Mal.

Warum aber sollte es jetzt ertragreicher und erfolgreicher sein als damals?

Die Himbeeren und Brombeeren haben sich in den letzten 50 Jahren extrem weiterentwickelt: Sie wiegen dreimal das Gewicht ihrer Vorfahren, sie sind dornenlos, schmecken viel süsser – und sie können jetzt beide, Himbeeren wie Brombeeren, an den diesjährigen Ruten direkt Früchte ansetzen.

Es wäre ja gelacht, wenn das nicht gelingen sollte. Unser Zielbild: Eine Himbeere mit der Physik einer Brombeere (voll gefüllt). Jedenfalls sind wir schon ein Stück des Weges gegangen: Wir haben die Himbeeren so lange gestresst, bis sie den Chromosomensatz verdoppelt haben und jetzt relativ einfach mit den Brombeeren gekreuzt werden können. Die ersten Testpflanzen sollten 2026 fruchten – und wir haben 2025 so viel Samen produziert, dass ich wohl neue Felder pachten muss.

Himbeere x Brombeere, Brombeer/Himbeerhybride

Bild: Die ersten Himbeer-Brombeer-Hybriden seit 50 Jahren!

Rubus Skarifizieren Schwefelsäure

Bild: Die Samen der Hybrid-Kreuzungen werden vor der Stratifizierung mit Schwefelsäure behandelt, um die Keimfähigkeit zu erhöhen

Regen im Juli – und die Folgen

Als Gärtner und Landwirt wird man notgedrungen zum Wetterversteher. Zumindest irgendwie. Jedenfalls machen wir uns Gedanken darüber, mit welchen Wetterkapriolen welche Pflanzensymptome zusammenhängen.

Ihr habt wahrscheinlich die gefühlten 60 Tage Regen im Juli schon vergessen, aber bei den Pflanzen haben sie Spuren hinterlassen: Fast alle Süsskartoffeln gaben etwas weniger Ertrag als in den Vorjahren. Dabei ist der Vergleich zum Hagel vor zwei Jahren besonders interessant: Der Hagelschlag schnitt die Süsskartoffeltriebe wie mit einem Messer ab, es gab keine Triebe mehr, die länger als 15 cm waren. Aber im Resultat, in Kilogramm und Qualität, war das in keiner Weise zu bemerken.

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Bild: Das Süsskartoffelfeld nach einem schweren Hagelschlag

Fazit: Die südliche Süsskartoffel scheint es gewohnt zu sein, auch mal das Blattkleid zu verlieren und es aus den Reserven wieder zu ersetzen. Aber 15 °C und Dauerregen im Juli werfen sie dann doch etwas aus der Bahn.

Und wie wir uns gefreut haben über die toten Freilandtomaten in der Züchtung! Die Kratufäule liebte diesen Juli und konnte voll zuschlagen.

Tomaten Phytophthora

Bild: Gut zu erkenen, der unterschiedlich starke Befall von Phytophthora bei Tomaten

Das war ein super Selektionsjahr und hat alle unsere Selektionsfehler der letzten Jahre enttarnt. Hätte ich als Tomatenzüchter einen Wunsch frei, ich würde mir jedes Jahr so ein Phytophthora-Jahr wünschen.

Unsere Passionsfruchtzüchtung wird erwachsen

Züchtung beginnt immer wie die Pubertät: Die Träume überlagern die Realität. Die Pflanzenwelt gehört für eine Zeitlang ganz dir. Die wildesten Pläne werden geschmiedet und werden sogar mit den ersten Anfangserfolgen teilweise Wirklichkeit.

Aber dann ist auch in der Pflanzenzüchtung der Honeymoon vorbei. Es braucht mehr System als Glück. Ziele müssen definiert und überlegt verfolgt werden. Die Resultate müssen bestätigt werden.

Tönt das jetzt etwas langweilig? Ja, das ist es auch – und das lernen unsere Züchtungspraktikanten kennen, wenn sie ein halbes Jahr bei uns arbeiten. Natürlich gibt es die hochfliegenden Pläne und auch immer wieder elektrisierende Ideen, aber der Rest ist harte und vor allem langjährige Arbeit.

Passiflora Züchtung

Bild: Winterharte Passionsfruchtpflanzen werden systematisch auf Selbstvruchtbarkeit getestet.

Passiflora Züchtung

Bild: Aus einer einpackten Blütenknospe hat sich eine Frucht entwickelt.

Wer mag, kann unten Reinhards Bericht über unsere aktuelle winterharte Passionsfruchtzüchtung nachlesen. Die Passionsfruchtzüchtung wird erwachsen und wird in den nächsten Jahren diese für uns neue Kulturpflanze immer besser und nützlicher machen.

Welches neue Projekt ist am spannendsten?

Da kann ich mich jetzt wirklich nicht so recht entscheiden. Solche Fragen sind für einen Züchter nicht ganz fair. Ich entscheide mich also für zwei neue Projekte:

  • Marzena hat dieses Jahr die ersten Kreuzungen zwischen Physalis-Sorten gemacht – zwischen den grössten, bestschmeckenden und fruchtbarsten. Sie können sich kaum vorstellen, wie viel besser Physalis sein können als die Alibi-Früchte auf irgendwelchen Restauranttellern. Greifen Sie – bis unsere neuen zukünftigen Sorten (Zeithorizont 5-7 Jahre) soweit sind – auf Frutosa und Little Big Buddha zurück – die geben Ihnen mindestens eine Ahnung davon, wie gut Andenbeeren tatsächlich sein könnten!
  • Gurken – äh, langweilig? Ja, aber immerhin ist die Gurke mit Abstand das am zweitmeisten angebaute Fruchtgemüse. Und es gibt wohl ebenso viele Gurkenvariationen wie Tomatentypen. Auch ist das Ziel klarer als bei vielen Arten: eine Gurke, die im Freiland immer weiterwächst und den ganzen Sommer immer wieder reife Gurken produziert, in möglichst vielen Variationen. Denn Gurken können auch auf dem Teller sehr viel mehr als nur Gurkensalat.

Markus Kobelt
Markus Kobelt
Markus Kobelt ist Mitgründer von Lubera Edibles GmbH, darüber hinaus ist er Gründer und Inhaber von Lubera.
Sein "früheres Leben" als Germanistik-Student ist bereits ein Weilchen her. Das Schreiben allerdings liegt Ihm nach wie vor im Blut.

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